Simone Reißner
Frau Holles Asylstätte
System ubw – Zeitschrift für klassische Psychoanalyse
21. Jahrgang, Heft 1, März 2003, S. 5-19
AHRIMAN-Verlag, Freiburg i. Br.
ISBN-13: 978-3-89484-706-7
ISBN-10: 3-89484-706-9
ISSN 0724-7923
Abstract:
Märchen sind, ähnlich wie Träume, Wünscherfüllungen, die Wünsche selbst sind unbewußt – daher ihre zeitlose Popularität. Das Märchen »Frau Holle« spiegelt die Wiederherstellung der Person und die Rückgängigmachung der beim Mädchen phantasierten Kastration während des Aufenthalts des Mädchens beim Großelternideal »Frau Holle« wieder. Die Bestrafung der Schwester – die Schwester ist eine Verdichtung von Mutter und Schwester – durch Überschüttung mit Pech, läßt beide in die prägenitale Phase regredieren, hingegen der Goldregen für das Mädchen das Synonym für die Errichtung des Genitalprimats darstellt.
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