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Miriam Daré
Brokeback Mountain Der Film und das literarische Original

System ubw Zeitschrift für klassische Psychoanalyse
25. Jahrgang, Heft 1, September 2007
AHRIMAN-Verlag, Freiburg
ISBN: 978-3-89484-710-4
ISSN: 0724-7923


Abstract:

Der Film Brokeback Mountain hat Millionen von Zuschauern begeistert. Der Grund hiefür liegt im Kern der erzählten Handlung: zwei Männer, die sich in der McCarthy-Ära kennenlernen, sind trotz den herrschenden Moralvorstellungen und staatlichen Gesetzen durch ihre gegenseitige körperliche Zuneigung ein Leben lang miteinander verbunden. Ihre sexuelle Selbstbestimmung bildet ein Bollwerk gegen die Vereinsamung, für die Autonomie beider Protagonisten. Dabei verläuft ihr Leben nicht ohne Brüche, welche nur durch einen vergleichenden Blick auf das literarische Original, der short story Brokeback Mountain von Annie Proulx, verständlich werden. Anhand einer Schlüsselszene, die der Film nicht beinhaltet, kann mittels der Ambivalenz und vor allem mittels dem psychischen Mechanismus` des Schuldgefühls das verwunderlich anmutende Verhalten eines der Hauptpersonen verständlich gemacht werden. Der Hauptpunkt liegt dabei in einer erlebten Kastrationsdrohung, welche durch die unbewußte Gleichsetzung von Beschneidung und Kastration als bereits vollzogene Kastration empfunden wird. Im vorliegenden Fall ergab sich dadurch eine Verlötung von sexuellen Wünschen und Strafangst, die die Schwankungen der Person zwischen Selbstbestimmung und Anhänglichkeit an die Familie verständlich macht.







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