zurück

Peter Priskil
Ein infantiles Sexualtrauma

System ubw Zeitschrift für klassische Psychoanalyse
25. Jahrgang, Heft 1, September 2007
AHRIMAN-Verlag, Freiburg
ISBN: 978-3-89484-710-4
ISSN: 0724-7923


Abstract:

Diese Fallschilderung handelt von einer Frau in fortgeschrittenem Alter, die in ihrer Kindheit einem letztlich harmlosen sexuellen Übergriff von Seiten eines erwachsenen Mannes ausgesetzt war. Aufgrund einer neueren Lebenskrise traten mehrere neurotische Symptome auf (partielle Gehunfähigkeit, Fühllosigkeit in der inneren Mundregion, Schwindel sowie zwanghafte Sicherheitsvorkehrungen auf der Grundlage einer AIDS-Phobie), die einen unbewußten Zusammenhang mit der infantilen Verführungssituation aufwiesen. Von besonderer Bedeutung für den Therapieverlauf war ein komplexer Traum, ein sogenannter "Programm-" oder "biographischer Traum" (Sigmund Freud), der als eine Zusammenfassungen sowohl der Lebensgeschichte der Patientin als auch des Therapieverlaufs angesehen werden kann. Die infantile Verführung wirkte traumatogen, weil sie unbewußt mit der sexuellen Neugier des Kindes in dieser Situation verknüpft war; späterhin wurde der Impuls nach eigener sexueller Betätigung aufgrund der Kastrationsangst verdrängt. Wie Karl Abraham ausführte, ist das Alter des Neurotikers weniger ausschlaggebend für den Erfolg der Therapie als das Alter der Neurose. Die Symptome verschwanden in dem Maße, wie ihr der Zusammenhang mit dem Wunsch des Kindes nach aktiver sexueller Betätigung aufgedeckt wurde. Die AIDS-Phobie jedoch persistierte, weil die staatlich organisierte Propaganda, die auf "sexuelles Roulett" und Masseninfektion abzielt, immer wieder von neuem die unbewußte Kastrationsangst aktiviert.







AHRIMAN-Verlag GmbH
Postfach 6569, D-79041 Freiburg
Stübeweg 60, D-79108 Freiburg
Telefon +49-(0)761-502303
Telefax +49-(0)761-502247
Impressum
AGBs