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Fritz Erik Hoevels
Zur Psychopathologie des modernen Alltagslebens - Teil 4:
Das Geld und seine Metamorphose


System ubw - Zeitschrift für klassische Psychoanalyse
29. Jahrgang, Heft 1, Dezember 2011 AHRIMAN-Verlag, Freiburg
ISBN 978-3-89484-715-9
ISSN: 0724-7923


Abstract:

Obwohl die Verfügung über Geld, kein im engeren Sinne infantiler Wunsch war, da er eine gewisse Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten voraussetzt, gerät er doch sehr schnell in das ödipale Spannungsfeld. Deshalb verknüpft er sich unbewußt leicht mit Selbstbestrafungstendenzen, die sich in ruinösem Umgang mit eigenem Geld niederschlagen können (»St. Alexius - Syndrom«, hier eingeführt). Denn dessen Besitz wird unbewußt als ödipale Wunschvorstellung erlebt (auch wenn nicht ererbt), und die dadurch ausgelösste Überichaggression kann zu schwerer Selbstschädigung führen. Umgekehrt kann das Erlangen von Geld unbewußt als Belohnung erfolgreicher Verdrängung, Selbstentfremdung, Ersatz oder wenigstens Überlagerung der eigenen Identität durch Identifikationen erlebt werden. Der gesellschaftliche Ersatz eigentlichen Geldes durch »plastic money«, dessen Erwerb und Gebrauch grenzenlos kontrollierbar ist, dürfte daher ein hochwirksames Mittel massenhafter Infantilisierung sein.







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