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Fritz Erik Hoevels
Penisneid, Kastrationskomplex, Gesellschaft

System ubw Zeitschrift für klassische Psychoanalyse
25. Jahrgang, Heft 2, November 2007
AHRIMAN-Verlag, Freiburg
ISBN: 978-3-89484-711-1
ISSN: 0724-7923


Abstract:

Ausgehend von Frans de Waals Feststellung, daß alle menschlichen Gesellschaften jene primatentypischen Geschlechtsunterschiede des Empfindens und Verhaltens, welche die evolutionäre Analyse erwarten läßt, ausnahmslos zu festigen, bis ins extreme zu steigern, aber niemals zu bekämpfen suchen (was sie z.B. mit der im Genom mindestens ebenso fest verankerten Abneigung gegen zusammenhängende Arbeit sich dagegen nie zu tun scheuen), wird die Frage aufgeworden, ob die in diesem Zusammenhang lange Zeit von vielen nützlich erachtete Theorie Freuds über "Penisneid und "Kastrationskomplex" nicht inzwischen überflüssig geworden sind. Das Gegenteil kann gezeigt werden: sie ergänzen einander in unverzichtbarer Weise, wobei die Biologie ein tieferes Verständnis der einschlägigen Funde Freuds ermöglicht, als dies zu seiner Zeit möglich war, während diese bei der Konzeption eines erfolgversprechenden Instrumentariums zur Bekämpfung der Geschlechtsrollen, jener vielleicht, besonders wegen des evolutionär begünstigten weiblichen Parasitismus, ergiebigsten Leidensquelle der ganzen Menschheit unabhängig vom Geschlecht, einen erheblichen Nutzen entfalten kann, der der biologischen Kenntnis alleine nicht abzugewinnen wäre. Freilich werden die Träger gegenwärtiger wie verflossener Macht diese "kompensatorische Erziehung" (z.B. gegen den weiblichen Parasitismus statt zu dessen Ausweitung; für lückenlose tit-for-tat-Konsequenz statt Aufweichung der bedingten Kooperativität zugunsten Ranghöherer usw.) aus eigennützigen Gründen nicht fördern, sondern stören.
Die alte Theorie von der "Schwäche des weiblichen "Überichs" erfährt ihre Korrektur; das Resultat erweist sich dabei als mit den evolutionstheoretischen Erwägungen voll kompatibel.







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