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Pressemitteilung

Nobelpreisträger Ramos-Horta von Kirche erpreßt


Wie wir durch eine Pressemitteilung der Deutschen Welle Köln vom 24.03.1997 erfuhren, hat sich José Ramos-Horta von uns als Herausgeber seines Buches FUNU - Ost-Timors Freiheitskampf ist nicht vorbei! distanziert. Der Verlag vertrete "extrem linke" oder "extrem rechte" beziehungsweise "sektiererische" Standpunkte; das Vorwort des deutschen Herausgebers Dr. Fritz Erik Hoevels "verdrehe vollständig den Gehalt des Buches".

Wir stellen hierzu fest:
1. Vertreter unseres Verlages haben Herrn Ramos-Horta am 19.03.1997 in Genf getroffen. Dort teilte er unseren Vertretern mit, die Diakonie - also die protestantische Kirche Deutschlands - habe ihn ultimativ aufgefordert, sich vom Ahriman-Verlag zu distanzieren. Andernfalls sehe sie sich gezwungen, ihm die weitere finanzielle Unterstützung zu streichen. Herr Ramos-Horta wörtlich: "I have to make a declaration to the church." Mit seiner Erklärung hat Herr Ramos-Horta - was wir bedauern - dieser Erpressung nachgegeben.
2. Der Ahriman-Verlag traf mit dem Inhaber der Rechte, dem amerikanischen Verlag Red Sea Press, im Dezember 1996 eine vertragliche Vereinbarung über die Übersetzung und Veröffentlichung des Buches FUNU. Diese Vereinbarung war Herrn Ramos-Horta seit Januar 1997 ebenso bekannt wie unser Reihen-Programm in englischer Sprache. Herr Ramos-Horta hat sich zu keinem Zeitpunkt nachteilig über unser Programm geäußert. Red Sea Press kannte unsere Übersetzung und hat sie genehmigt.
3. Aus der Erklärung von Herrn Ramos-Horta geht hervor, daß er die Einleitung von Herrn Dr. Hoevels selbst gar nicht kennt ("My colleagues tell me ..."). Wir bedauern aufs äußerste, daß ein Mann von der moralischen Statur wie Ramos-Horta den Ohrenbläsereien anonym bleibender Denunzianten vertraut, anstatt sich selbst vom Wahrheitsgehalt dieser Beschuldigungen zu überzeugen. Er hätte dann sehr schnell gemerkt, wie haltlos diese Beschuldigungen sind. Wir können die Leser unseres Buches nur auffordern, die Einleitung von Herrn Dr. Hoevels mit den nachfolgenden Ausführungen von Herrn Ramos-Horta zu vergleichen. Der Vorwurf, es würden von unserer Seite andere politische Ziele als die der uneingeschränkten nationalen Souveränität Osttimors vertreten, ist nachgerade absurd.
4. An den gegen uns vorgebrachten Beschuldigungen erkennen wir das seit Jahren gegen uns vorgebrachte demagogische Strickmuster, das je nach Bedarf und stets ohne Beleg uns mal als rechts-, dann als linksextremistisch, beides zusammen oder als "sektiererisch" verhetzt. Es kennzeichnet das niederträchtige Niveau der Denunzianten - in den meisten Fällen die Kirche mit ihren halbweltlichen Untergliederungen -, daß inhaltliche Widersprüche keinerlei Rolle spielen und lediglich der Hetzwert einer Verleumdung zählt. Die Autoren unserer Reihe "Unerwünschte Bücher zum Faschismus" sind fast ausschließlich antifaschistische Freiheitskämpfer - Kommunisten, Liberale und Juden. Einer Organisation, die jahrhundertelang Juden verbrannt und deren Vertreter Hitler die Hände geschüttelt und mit ihm Verträge zu beiderseitigem Vorteil abgeschlossen haben, stünde es gut an, zum Thema Rechtsextremismus das Lästermaul zu halten und erst einmal vor der eigenen Tür zu kehren. Daß sie es nun wagen kann, einem so verdienstvollen Freiheitskämpfer wie Herrn Ramos-Horta die finanziellen Daumenschrauben anzulegen, stellt die geradlinige Fortführung dieser Politik dar. An unseren Standpunkten und Veröffentlichungen ändert sich dadurch jedenfalls kein Jota. Trotz aller häßlichen Vorfälle wünschen wir Herrn Ramos-Horta, als freier Mann in einem freien Osttimor leben zu können - was angesichts des hemmungslosen US-Imperialismus und des klerikalen Würgegriffs freilich leider äußerst unwahrscheinlich ist. Aber wenigstens das deutsche Publikum mit dieser Publikation auf die Verbrechen gegen ein kleines und wehrloses Volk aufmerksam gemacht zu haben: das bleibt unser Verdienst.

Freiburg, den 24.03.1997





Statement to the press

Nobel Peace Prize Winner Ramos-Horta blackmailed by the church


As we learned from a press statement of the Deutsche Welle Cologne from March 24, 1997, José Ramos-Horta has dissociated himself from us as publishers of the German translation of his book "FUNU - The Unfinished Saga of East Timor". The publishing house is being said to represent "extreme leftist" or "extreme rightist" resp. "sectarian" points of view, the foreword of the German editor Dr. Fritz Erik Hoevels supposedly "totally distorts the natur of the book".
In this regard we hereby explain:
1. Representatives of our publishing house met with Mr. Ramos-Horta in Geneva on March 19, 1997. There he told our representatives that the Diakonie - that is the Protestant Church of Germany - has demanded of him to dissociate from Ahriman publishing house. Otherwise his financial support would be cancelled. Mr. Ramos-Horta said verbatim: "I have to make a declaration to the church." With his statement Mr. Ramos-Horta has - which we regret very much - given in to this extortion.
2. Ahriman Publishing House bought the rights for the German edition of FUNU from the American publisher Red Sea Press in December 1996. This contract was known to Mr. Ramos-Horta from January 1997, just as the program (in English language) of the series the book was published in. At no time Mr. Ramos-Horta had said anything negative about our program. Red Sea Press has checked our translation and given its approval.
3. From Mr. Ramos-Horta's statement it becomes evident that he doesn't know the introduction by Dr. Hoevels himself ("My colleagues tell me ..."). We utterly regret that a man of the moral stature as Ramos-Horta trusts the whisperings of denouncers who themselves stay in the dark, instead of checking the truth of these accusations. Then he would have seen very fast how unfounded these accusations are. We can only invite our readers to compare Dr. Hoevels' introduction with the rest of the book. The accusation, we would pursue any political aims other than the unlimited political independence of East Timor in this issue, is utterly absurd.
4. In the accusations against us we recognize very well the demagogic pattern used against us since years, denouncing us just as the occasion demands and always without proof one time as extreme rightist, the next time as extreme leftist, both at the same time or as "sectarian". It is characteristic for the base level of the denouncers - in most cases the church with its semi-secular subdivisions - that contradictions in substance don't matter. The only thing that counts is the slanderous impact of the denouncement. The authors of our series "Unwelcome Books on Fascism" are almost exclusively antifascist freedom fighters - communists, liberals and Jews. An organisation, who has burnt Jews over centuries and whose representatives have exchanged hand shakes with Hitler and made contracts of mutual advantage with him, would be well advised to shut up in matters of right wing extremism and clean up its own mess first. That it can dare now to put the screws on a freedom fighter as Mr. Ramos-Horta is in one line with this policy. Anyway, our point of view and our publications will not be changed by this one jot. In spite of all ugly incidents we wish Mr. Ramos-Horta to live as a free man in a free East Timor - which in view of the unrestrainted US imperialism and the clerical stranglehold unfortunately is very unlikely. But at least to have made known the crimes against a small and defenceless people to the German public by this publication: that remains our merit.

Freiburg, 24.3.1997




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