Ketzerbriefe 115
EUR 4,50 / sFr 8,10
ISSN 0930-0503 ISBN-13: 978-3-89484-233-8 ISBN-10: 3-89484-233-4
August/September 2003
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Inhalt
- Jens Tevres:
Hände weg von Nordkorea!
- Vorbemerkung
- I. Teil: Südkorea – aktuelle Situation und historischer Hintergrund der antiamerikanischen Protestbewegung
Südkorea vor dem Koreakrieg
Der Koreakrieg
Südkorea nach dem Koreakrieg
Das Kwangju Massaker
- II. Teil: Nordkoreas Erdrosselung – Das verschwiegene Verbrechen
Die Entstehung der Demokratischen Volksrepublik Korea
Wiederaufbau des Landes nach dem Koreakrieg
Energieversorgung und »geheimes Atomwaffenprogramm«
- »und wenn es nur fünf Mark wären . . . « –
Schröders Raubstaat langt den Ärmsten zugunsten der Pfaffen in die Taschen
- Kirchensteuer auf alle »Minijobs« –
Meditation über eine kleinformatige Vokabel
- Flugblatt:
Schröder, hol Dir Dein Geld von den Pfaffen,
nicht von den Arbeitslosen!
- Vimal Vichare
Christlicher Seelenkauf und pro-islamische Petrodollars –
eine Herausforderung hinduistischer Toleranz?
- Leserbrief an Peter Priskil zu seiner Rezension über Karl Marx »Vom Selbstmord« und seine Antwort
- Kurz und knallig
Neben einer historischen Analyse der Geschichte Süd- und Nordkoreas seit
dem 2. Weltkrieg und einer ausführlichen Darstellung der US-amerikanischen
Kriegsverbrechen im Koreakrieg (unter Einsatz von chemischen und – kaum
bekannt – auch biologischen Waffen) enthält die Schrift eine Darstellung der
aktuellen Situation Nordkoreas. Es wird gezeigt, wie die USA seit Jahren
versuchen, eine der letzten nicht gleichgeschalteten Inseln der Welt mittels
Wirtschaftsblockade, militärischer Bedrohung, gebrochener Verträge und als
Folge hiervon Energiemangel und Aushungerung zum Kollaps zu zwingen. In
diesem Zusammenhang werden die vermeintlichen Gefahren durch Nordkoreas
Atomwaffenprogramm als reine propagandistische Begleitmusik der Ausblutung
des Landes entlarvt.
»Jens Tevres' Schrift ›Hände weg von Nordkorea!‹ rückt einige weniger bekannte Hintergründe des momentanen Konflikts zwischen USA und Nordkorea in den Blickpunkt. Einen Großteil des Heftes nimmt die Darstellung der getrennt verlaufenen Geschichte Koreas nach der von außen aufgezwungenen Teilung des Landes 1945 ein. Man erfährt hier z.B. von der bis heute verfolgten Unabhängigkeitsbewegung in Südkorea, die sich seit der Teilung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg für eine Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel und den Abzug der USA einsetzt. Ausführlich wird die Vorgeschichte und der Verlauf des Koreakrieges geschildert, in dessen Verlauf Nordkorea von den UN-Truppen unter US-amerikanischer Führung flächendeckend zerstört wurde. Dabei wurden sowohl konventionelle als auch chemische und bakteriologische Massenvernichtungswaffen eingesetzt. Tevres verzichtet zwar in seiner Argumentation auf Details, verweist aber auf zahlreiche Quellen und Zitate, so dass alle Aussagen überprüfbar sind, ohne dass der Leser in Einzelheiten ertrinkt.
Im aktuellen Teil geht es um die Hintergründe des Atomstreits sowie des angeblichen Atomwaffenprogramms Nordkoreas. Im Gegensatz zur offiziellen Darstellung hat Nordkorea die zuvor stillgelegten Atomreaktoren nicht völlig überraschend und ohne Vorwarnung wieder in Betrieb genommen. Vielmehr verletzten die USA einen Vertrag von 1994, in dem sich die USA zu Energielieferungen an Nordkorea als Ersatz für das Einfrieren der Reaktoren verpflichtet hatten. Erst als Nordkorea durch den sich verschärfenden Energiemangel zu kollabieren drohte und mit unmissverständlichen US-Angriffsdrohungen konfrontiert war, wie z.B. der Ankündigung militärischer ›Präventivschläge‹, fuhr das Land seine Reaktoren wieder hoch.
In diesem Zusammenhang ist besonders die ausführliche Chronologie des Konflikts lobenswert, die sich zumeist auf westliche Quellen stützt und daher einen unvoreingenommenen Eindruck vermittelt.
Insgesamt eine gelungene Ergänzung zur offiziellen Lesart des Koreakonflikts – sehr empfehlenswert, um sich ein eigenes Bild zu machen.«
»[...] Das Positive an der Tevres-Schrift: Sie verweigert sich mit aller Konsequenz den von meinungsdominierenden Medien geprägten Klischees vom ›Schurkenstaat‹.«
Neues Deutschland, 17.10.2003
»[...] Der Aufsatz überzeugt, weil er den Hergang wiedergibt und eigene Urteilsbildung anhand von Zitaten und Verweisen gestattet. [...]«.
Thomas Immanuel Steinberg in seiner Rezension
»[...] Steht dem stolzen Nordkorea die Kapitulation durch Aushungerung bevor (wie Hitler es beinahe mit Leningrad erreicht hatte), oder ein Krieg – ›ein Angriff auf eine der letzten nicht auf US-Linie gleichgeschalteten und unter ihren monoimperialistischen Stiefel gezwungenen Inseln der Welt‹ (S. 47)?
Man sieht es immer wieder: die Erde wird zurzeit von amerikanischen, kapitalistischen Gangsterbossen beherrscht. ›Quousque tandem ...‹ – Wie lange noch? [...]
Um die Ursachen des heutigen Zustandes Nordkoreas und der aggressiven amerikanischen Politik Nordkorea gegenüber zu verstehen, eignet sich die einzige in unseren Breiten erscheinende Aufklärung in der Nummer 115 der ›Ketzerbriefe‹. [...]«
Zeitung vum Letzebuerger Vollek, 14.8.2003
Hände weg von Nordkorea!
Vorbemerkung
Im Schatten des Kolonialkrieges gegen den Irak, bei dem dessen
Regierung, Armee und Bevölkerung den US-Invasoren und ihrem
britischen Anhängsel außerordentlich tapferen und erfreulicherweise
unerwartet ausdauernden Widerstand leistete, wird das nächste
Verbrechen der USA nicht nur vorbereitet, sondern ist längst in
vollem Gange: die geplante Vernichtung Nordkoreas.
Vielleicht hat der ausdauernde Widerstand der Iraker den Nordkoreanern
eine Art Atempause verschafft, den nächsten Militärschlag
der – weniger tollwütigen als vielmehr kaltblütig und rücksichtslos
jedes tatsächlich noch unabhängige und souveräne Land austilgen
wollenden – US-Amerikaner verzögert. Aber unabhängig davon, ob
und wann ein militärischer Angriff auf Nordkorea stattfinden wird,
laufen die Vorbereitungen für die Zerstörung einer der letzten nicht
gleichgeschalteten Inseln der Welt auf Hochtouren. Wie dies im
einzelnen geschieht, mittels Wirtschaftsblockade, militärischer Bedrohung,
gebrochener Verträge und als Folge von alledem den Versuch
der Aushungerung, wird im folgenden ausführlich vorgeführt.
Da man die Geschichte und Gegenwart Nordkoreas nur aus dem
welthistorischen Kontext verstehen kann und sie zudem eng mit
derjenigen Südkoreas verknüpft ist, wird der Analyse der aktuellen
Situation Nordkoreas zunächst eine Darstellung der südkoreanischen
Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des Koreakrieges, aber
auch der aktuellen Situation in Südkorea vorangestellt, wobei insbesondere
die starke, hierzulande weitgehend verschwiegene antiamerikanische
Protestbewegung und ihre Wurzeln von Interesse sind.
Einzelne Überschneidungen zwischen den beiden Artikeln, insbesondere
bezüglich des Koreakrieges und der Entstehung des geteilten
Koreas, ließen sich nicht vermeiden und wurden belassen, da nur
so die jeweilige Entwicklung der beiden Landesteile verständlich wird.
Es sei dem Leser überlassen, die folgenden Darstellungen einmal
in Ruhe mit dem Informationsvakuum oder Propagandadreck, den er
sonst zur koreanischen Geschichte und Gegenwart im deutschsprachigen
Schrifttum, in Schule oder Glotze mitgeteilt bekommt, zu
vergleichen und zu beurteilen.
Jens Tevres, Juli 2003
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