Fritz Erik Hoevels
Beiträge zur Psychopathologie des modernen Alltagslebens –
Teil 2: Die Wahlkabine
System ubw – Zeitschrift für klassische Psychoanalyse
20. Jahrgang, Heft 1, Juni 2002, S. 56-73
AHRIMAN-Verlag, Freiburg
ISBN-13: 978-3-89484-705-0
ISBN-10: 3-89484-705-0
ISSN 0724-7923
Abstract:
In dem Maße, in welchem die von den Unisono-Medien als »wählbar« präsentierten Parteien (gegenüber einer winzigen, dämonisierten Opposition) zu einem diffusen, übermächtigen Block verschwimmen, ziehen sie eine pauschale Übertragung auf sich; Wählen einer echten block- und medienunabhängigen Opposition wird ubw als ödipale Verfehlung empfunden. Aufgrund struktureller und »ideologischer« Ähnlichkeit belebt die Wahlkabine ubw das Bild der kindlich bis adoleszent erlebten Toilette als Hauptort der Onanie, deren Unterdrückung ebenfalls als antiödipale Reaktionsbildung motiviert war, und belädt dadurch die Wahl außerhalb des de-facto-Kartells stehender Oppositionsparteien unbewußt mit ödipalem Schuldgefühl; der Wahlakt wird dadurch zusätzlich infantilisiert.
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