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Fritz Erik Hoevels
Eine häufige Folge der Familiensituation

System ubw Zeitschrift für klassische Psychoanalyse
22. Jahrgang, September 2004, S. 5-14
AHRIMAN-Verlag Freiburg
ISBN: 978-3-89484-707-4
ISBN-10: 3-89484-707-7
ISSN: 0724-7923


Abstract:

Der Verfasser stellt den seiner Meinung nach häufigen »St.-Alexius-Komplex« vor: Patienten versäumen ihr reales Leben, scheitern in der sozialen Selbstverteidigung usw., behalten aber eine oft durchaus echte und bemerkenswerte Fähigkeit zu theoretischer Einsicht und Überlegenheit über ihre Umgebung, die sie manchmal durchaus treffsicher auch zur Kritik von Lügen und Ideologien nutzen. Als Grund dafür wird ermittelt, daß in der infantilen ödipal fundierten Auseinandersetzung mit den (sic) Eltern die theoretische Kritik gewöhnlich vom Inhalt her bzw. sachlich erfolgreich war (das Kind konnte elterliche Lügen, elterlich vermittelte Ideologien usw. durchaus treffend durchschauen und widerlegen), die praktische, d.h. auch die theoretische hinsichtlich praktischer Einzelfragen, sehr viel weniger. Diese Struktur wird unbewußt und lebensbestimmend, ergibt auch einen Kompromiß von (praktischer) Selbstbestrafung und (theoretischer) Selbstbehauptung, dessen äußerliches Resultat einen dauerhaften und demonstrativen unbewußten Vorwurf abgibt; die dadurch ermöglichte moralische Wunscherfüllung kompensiert reale Entbehrungen. Fallbeispiele illustrieren den Vorgang.







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