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Peter Priskil
Zur Psychogenese einer Zwangsvorstellung

System ubw Zeitschrift für klassische Psychoanalyse
23. Jahrgang, Heft 1, Oktober 2005
AHRIMAN-Verlag, Freiburg
ISBN: 978-3-89484-708-1
ISBN-10: 3-89484-708-5
ISSN: 0724-7923


Abstract:

Eine Serie von Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen steht im Mittelpunkt dieser Fallanalyse. Der Patient litt unter dem unabweisbaren Impuls, ihm nahestehende Personen zu beschimpfen; der Anblick von Messern und anderen Waffen löste unbestimmte Mordregungen aus. Die Anwendung der psychoanalytischen Grundregel insbesondere die Analyse der mitgeteilten Träume erwies sich als äußerst aufschlußreich ergab folgende Resultate: Die aggressiven Impulse galten ursprünglich dem Vater des Patienten, der von diesem als Kind jahrelang aufs schwerste körperlich mißhandelt wurde. In tieferer Schicht repräsentiert die Waffe den Penis des Knaben; die gewalttätigen Übergriffe des Vaters gipfeln in der Furcht des Kindes, des Genitales beraubt, kastriert zu werden daher die Wertschätzung der Waffe als Mittel der Vergeltung sowie als symbolisches Surrogat des lustspendenden, aber bedrohten Genitales. Eine ins dritte Lebensjahr des Patienten fallende »Urszene«, die Belauschung respektive Beobachtung des elterlichen Koitus, konnte als Ausgangspunkt des ödipalen Konflikts und Ursprung der neurotischen Erkrankung eruiert werden. Die im Laufe der Therapie fortschreitende Aufdeckung der unbewußten Konflikte bewirkte das Schwinden der Zwangssymptome bei gleichzeitig wiederhergestellter Realitätstüchtigkeit und Genußfähigkeit (»orgastische Potenz« im Sinne Wilhelm Reichs) des Patienten.







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