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Viktor Kartin
Vogelscheuchen und Vegetationsdämonen

System ubw Zeitschrift für klassische Psychoanalye
26. Jahrgang , November 2008
ISBN 978-3-89484-712-8
ISSN: 0724-7923


Abstract:

Wie die Psychoanalyse erweist, haben die ambivalenten Züge der Vogelscheuchen, wie sie v.a. im Volksglauben, in Erzählungen und Filmen dargestellt werden, ihre Wurzeln im magischen Denken, demzufolge diese Effigien als unheimliche Doppelgänger und letztlich auch klassische Sündenböcke die verdrängten ödipalen Wünsche und zugleich auch deren kronide elterliche Verfolger verkörpern. Vegetationsdämonen und Korngeister (z.B. die deutsche Roggenmuhme oder Roggenmutter) sind als bösartige Verfolger und Kinderschreck-Figuren die phantasierten Stellvertreter der rachsüchtigen Eltern, entsprechende Erntebräuche und landwirtschaftliche Riten die Abkömmlinge des infantilen Konflikts zwischen Inzestwunsch und Kastrationsangst. In der kindlichen Vorstellungswelt sind Vegetationsdämonen und Vogelscheuchen weitgehend identisch.







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