Reihe: Unerwünschte Bücher zum Faschismus Nr. 6
Hitlers zweimal getötete Opfer
Westdeutsche Endlösung des Antifaschismus auf dem Gebiet der DDR
Herausgegeben von Monika Zorn
Mit einem Geleitwort von Gilles Perrault
Über die Autorin
409 S., 150 Abb., 39 Faks., 4 Übersichtskarten
mit Personen-, Quellen- und Literaturverzeichnis
EUR 19,- / sFr 38,-
ISBN-13: 978-3-89484-401-1
ISBN-10: 3-89484-401-9
Erschienen 1994
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Er ist in aller Munde, der "verordnete Antifaschismus"
der DDR, und man ist tatkräftig dabei, ihm ein Ende zu bereiten.
Die heutige Verordnung lautet auf das Gegenteil: der Opfer Hitlers
soll nicht mehr gedacht werden, die KZ-Gedenkstätten sollen
nicht mehr zugänglich sein, Mahnmale werden abgerissen und
die Namen der Widerstandskämpfer aus Büchern und aus
dem Straßenbild gelöscht. Die wenigen noch lebenden
Antifaschisten werden gedemütigt, vor Gericht gezerrt, ihre
Renten gestrichen, ihre Taten verleugnet. Anhand zahlreicher konkreter
Beispiele dokumentiert dieser Band, wie sich Hitlers Nachfolgestaat
an der DDR für deren Antifaschismus rächt.
Aus dem Geleitwort von Gilles Perrault:
In ihrem haßerfüllten Eifer überschreiten
die vorläufigen Sieger die Grenzen des Erträglichen
bei weitem. Indem sie Alleen, Straßen, Schulen und Gymnasien
umbenennen, welche die Namen von im Kampf gefallenen deutschen
Widerstandskämpfern tragen, vollziehen sie nicht nur eine
Deutschland-interne Abrechnung: Sie vergreifen sich am kollektiven,
weit über die deutschen Grenzen hinaus lebendigen Gedächtnis.
Ob sie Rechte oder Linke waren, mit London oder mit Moskau in
Verbindung standen: diejenigen, die sich gegen die hitlerische
Barbarei gestellt haben, sind für immer die Unseren.
"Und nach der Wende hat sich (der Antifaschismus der DDR)
ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Damit kämpft's sich
schlecht. Insofern ist es gut, daß dieses Buch nicht von
ostdeutschen Antifaschisten gemacht worden ist. ... Ostdeutsche
haben an ihm mitgewirkt, aber nicht die Diktion bestimmt. Denn
dieses Buch deckt auf, klagt an, dokumentiert. ... Und es benennt
namentlich diejenigen, die mittun an Demontage, Zerstörung
und Verfälschung. ...
Es war das mit Abstand wichtigste politische Buch der Leipziger Frühjahrsmesse."
Neues Deutschland
"Das vorliegende Buch deckt in mehreren Kapiteln auf, wie
die heute Mächtigen in Deutschland umfassend und gezielt
versuchen, die Erinnerung an mutige Kämpfer gegen das Hitlerregime
aus dem Gedächtnis der Menschen zu tilgen."
Leipzigs Neue
"Ein zorniges Buch, voller Engagement geschrieben und deshalb
'unausgewogen', vor allem gegen den Strich der sonst veröffentlichten
Meinungen gebürstet. Eine Reihe anonymer (Berufsverbote!)
meist ostdeutscher Autoren dokumentiert die 'Westdeutsche Endlösung
des Antifaschismus auf dem Gebiet der DDR'. Was der Leser sonst
- wenn überhaupt - in homöopathischer Dosierung findet,
ist hier zusammengestellt - und es wirkt schockierend, zeigt es
doch die große Linie: Alles, was an den Kampf gegen den
Faschismus erinnert, ist auszulöschen ..."
Freidenker
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