September 2010

Ausgabe der "KETZERBRIEFE" zensiert!

Nach fünfmonatiger Schweigepause die offenkundig in dem Kalkül eingelegt wurde, daß in dieser Zeitspanne das öffentliche Interesse, das sich in zahlreichen Protestbriefen artikuliert hatte, erlahmt sein werde teilte die "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" dem AHRIMAN-Verlag mit, daß die Nr. 157/158 der bei ihm erscheinenden Zeitschrift "KETZERBRIEFE Flaschenpost für unangepaßte Gedanken" mit sofortiger Wirkung in die "Liste der jugendgefährdenden Medien" eingetragen worden ist.

Bedenken Sie, bevor Sie weiterlesen, daß allein die Mitteilung dieses Willkürakts von den gleichen Organen des gleichen Staates, der sich seiner bedient bzw. solche begeht, mit Strafe bedroht wird.

Wie Sie sich erinnern, war diese Ausgabe der "KETZERBRIEFE" der Verteidigung des in Schweizer Geiselhaft genommenen Regisseurs Roman Polanski sowie der angstfreien, unvoreingenommenen Erörterung des Themenkreises "sexuelle Selbstbestimmung" vor dem Hintergrund des neuen islamoid-puritanischen US-Sexualstrafrechts gewidmet, das auf Weisung der US-Regierung unter Schürung einer dem Hexenwahn vergleichbaren Kinderschänder-Hysterie in ganz Europa installiert werden soll (und z.T. schon installiert worden ist). Nun Polanski ist nach monatelanger, zermürbender Haft wieder frei, nicht zuletzt, wie wir behaupten dürfen, dank der maßgeblich von uns mitgetragenen internationalen Solidaritätskampagne. Der aktuelle Zensurakt zeigt, daß der Haß weniger auf bestimmte Personen, sondern auf den Kern der Selbstbestimmung zielt, wie wir bereits in unserem ersten Schreiben festgestellt hatten:

Niemand soll eigene Gedanken fassen und eigene Empfindungen wahrnehmen können daher die Zensur!
Angst, Verklemmtheit, Denunziation und Neidhammelei statt geistiger Frische, Intelligenz, Erinnerungsfähigkeit und schlagt Euer Kreuz! unbeschwerter, angstfreier Sexualität deshalb die Zensur!


Natürlich entbehrt dieser Willkürakt jeglicher Rechtsgrundlage und basiert auf einer einzigen Lüge derjenigen nämlich, wir hätten den abgedruckten autobiographischen Texten unsererseits Wertungen hinzugefügt. Die ZensorInnen ließen es sich angelegen sein, eine 10seitige, mit juristischen Monstrositäten gespickte Schein-"Begründung" nachzuliefern Zeit haben diese Herrschaften ja! , die wir im Anhang Ihrer Kenntnisnahme anfügen. Lesen Sie und atmen Sie den Latrinenduft des Unrechtsstaates! Diesem weitschweifigen Inquisitorengewäsch ist immerhin zu entnehmen, daß ihre Zensurgelüste und ihre Bevormundungssucht wesentlich weiter zielen als auf den vorgeblichen "Schutz von Kindern und Jugendlichen", dessen billiger Vorwandscharakter auf der Hand liegt: nämlich gegen die sexuelle Selbstbestimmung im weitesten Sinne, namentlich "Nacktheit" und "Promiskuität" (wörtlich "gemischt, ohne Unterschied, einerlei", ein häßliches pejoratives Fremdwort für jede Form sexueller Betätigung außerhalb der Zwangsmonogamie). Damit ist ein weites Feld für die ZensorInnen eröffnet, hechel, lechz...

Die Indizierung dieser Ketzerbrief-Ausgabe soll den Dammbruch darstellen für eine Schlammflut sexueller Repression, die jede Freiheitsregung ersticken soll. Mit dieser Indizierung soll, wie zu Adenauers Stinkezeiten, das Halali auf jede entblößte weibliche Brustwarze eröffnet sowie der Schnüffelei und Denunziation Tür und Tor geöffnet werden.

Sie können den Seiten 10f. des Inquisitorenschreibens außerdem entnehmen, welchen schikanösen Einschränkungen unsere Verlagstätigkeit von nun an unterworfen ist, einschließlich des eingangs erwähnten Verbots, auf diesen Zensurakt öffentlich hinzuweisen. Dies kommt in seiner Obszönität nur der "Urfehde" gleich, bei welcher die gefolterten Inquisitionsopfer schwören mußten, sich für das erlittene Unrecht nicht zu rächen. Als wären 500 Jahre wie ein Tag (der Index librorum prohibitorum paßt dazu)!

Nun kommt es auf Ihren Protest an nur die Stimme der Öffentlichkeit kann diese Meuchelei im Dunkeln rückgängig machen! Im Anhang folgt unser Widerspruch gegen diesen Zensurakt, dem Sie weitere Informationen entnehmen können.
Schreiben Sie klar in der Sache und höflich in der Form; Invektiven schaden nur, da sie willkommener Vorwand für weitere Schikanen und Willkürakte sind!
Und ein Letztes: Erzählen Sie Ihren Freunden und Bekannten von diesem schmutzigen Anschlag auf die Meinungsfreiheit und fordern Sie sie auf, zu protestieren!

Richten Sie Ihr Protestschreiben an:

An die
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
Rochusstraße 10
53123 Bonn

Aktenzeichen nicht vergessen: Pr. 389/10

Fax: +49 (0)228 379014
Schicken Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an uns.



Und hier unser Widerspruch auf den Bescheid:

An die
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
z.H. von Frau Monssen-Engberding
Rochusstraße 10
53123 Bonn

Betr: Pr. 389/10

1. Widerspruch gegen die Entscheidung Nr. 9388 (V) vom 04.08.2010

2. Antrag auf Streichung der Zeitschrift "KETZERBRIEFE Flaschenpost für unangepaßte Gedanken", Ausgabe Nr. 157/158 aus Teil A der Liste der jugendgefährdenden Medien

3. Antrag auf Entscheidung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in voller Besetzung

Hiermit widersprechen wir dem Eintragungsbescheid vom 04.08.10, der die Zeitschrift "KETZERBRIEFE Flaschenpost für unangepaßte Gedanken", Ausgabe 157/158 in Teil A der Liste der jugendgefährdenden Medien aufgenommen hat, beantragen die Streichung dieser Zeitschrift aus Teil A der Liste der jugendgefährdenden Medien und beantragen die Entscheidung durch die Bundesprüfstelle der jugendgefährdenden Medien in voller Besetzung.

Ihre Unternehmung zur Unterdrückung unserer Mitteilungen basiert ausschließlich auf einer Lüge, nämlich derjenigen, daß wir authentischen Zeugenaussagen Wertungen hinzugefügt hätten. Der Rest Ihrer langwierigen Ausführungen gehört einfach nicht zum Thema. Wie das Beispiel des "Ferkelbuches" des Alibri-Verlags vorführt, ist Ihr Institut einfach ein Mittel schändlicher Willkür, über staatlichen Plänen unwillkommene Schriftwerke etwas zu behaupten, was in diesen nicht steht. Mehr als Verachtung kann ein Mensch, der von Logik oder gar Gesetzen etwas hält, darüber kaum empfinden. Nun zu den Einzelheiten: Die Bundesprüfstelle hat in ihrer Entscheidung die gröbsten Primitivismen und Unrichtigkeiten der Antragstellerin, des Jugendamts Bremerhaven, einfach übernommen und unsere Richtigstellung, ebenso wie die zahlreichen Protestschreiben aus dem In- und Ausland stillschweigend übergangen. Sie hat, anstatt die einfachsten rechtsstaatlichen Prinzipien zu beachten (Art. 5 Abs.1 GG: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten..... Eine Zensur findet nicht statt.) und das Verfahren einzustellen, ihre Entscheidung mit bombastischen juristischen Phrasen bemäntelt, in denen die beanstandete Ausgabe der "KETZERBRIEFE" in keiner Weise wiederzuerkennen ist.
     Halten wir nochmal fest: In der inkriminierten Ausgabe der "KETZERBRIEFE" gibt es nicht eine einzige Stelle, die gewaltsame oder auch nur entfernt sexuelle Handlungen von sexuell reifen Personen an vorpubertären Minderjährigen nahelegt oder gar empfiehlt und rechtfertigt. (Völlig normale Kontakte wie Umarmen, Eincremen oder ähnliche, von selbstverständlicher Zuneigung zu Kindern getragene, Verhaltensweisen sind darunter ja mitnichten zu fassen, ansonsten müßte jede z.B. elterliche Zuwendung gegenüber Kindern als Pädophilie verunglimpft werden. Sollte dies im Geiste der Zensoren in Zukunft als "sittlich" gelten, ist der daraus mit Sicherheit erwachsende Schaden an den vorgeblich zu schützenden Kindern auf der Hand liegend; die Statistiken entsprechender körperfeindlicher Gesellschaften von Hitler bis Adenauer von finsteren Islamisten ganz zu schweigen belegen dies zur Genüge). Bei den inkriminierten Beispielen 2, 3 und 4 (Gegen jegliche kindliche Empfindung; Eine sexuelle Attacke einer Dreijährigen; Zwei Kindheitserlebnisse) handelt es sich um Erinnerungen, Aktivitäten, Beobachtungen und Phantasien von Kindern, die von den jeweiligen erwachsenen Kontaktpersonen in keiner Weise sexuell beantwortet wurden. Darüber hinaus werden (inkriminiertes Beispiel 1: Die Vernichtung der besseren Zeit....) sexuelle Handlungen Jugendlicher, bei denen wir das sexuelle Selbstbestimmungsrecht ohne Wenn und Aber jederzeit verteidigen, ausschließlich unter dem Aspekt der Freiwilligkeit das genaue Gegenteil von Gewalt also, die wir ebenfalls ohne Wenn und Aber verurteilen und verabscheuen beurteilt und befürwortet. (Die Diktion des neuen islamoiden Sexualstrafrechts nach US-Vorbild, das Jugendlichen unter 18 Jahren eben diese Selbstbestimmung abspricht, ist nach unserer Meinung Art. 5 GG zutiefst menschenfeindlich und deshalb abzulehnen.)
     Jeder unvoreingenommene Leser unserer Zeitschrift wird mühelos feststellen, daß die beanstandeten Texte mitnichten jugendgefährdendes, sondern im Gegenteil aufklärerisches Potential enthalten. Es bleibt also dabei: eine Zensur findet nicht statt!
     Die betreffenden zensierenden Damen haben sich darüber hinaus nicht nur darum gedrückt, zu erläutern, was sie unter "Normalität" und "Sittlichkeit" im Zusammenhang mit Sexualität verstehen, sondern leugnen mit exorbitanter Scheuklappenbewährtheit ein seit über hundert Jahren von der Wissenschaft anerkanntes Faktum: die infantile Sexualität, also das, was Pfaffen und frustrierte Hausfrauen den Kindern auszutreiben versuchen (hier leben wohl die alten Schamgürtel zur Verhinderung kindlicher Onanie wieder auf). Man kann diese Tatsache verbieten Hitler hat auf diesem Gebiet noch wesentlich mehr zustande gebracht , aber die dahinter stehenden Tatsachen sind nicht ungeschehen zu machen. Sich darüber schriftlich zu äußern, ist der Kernbestand verfassungsmäßig garantierter Meinungsfreiheit und kann durch keine tönende Juristenphrase weggeschwätzt werden. Dieses Menschenrecht nehmen wir für uns selbstverständlich in Anspruch, im übrigen an dieser Stelle nicht wegen der "Freiheit der Kunst", wie in der Entscheidung deliriert wird, sondern aufgepaßt, denn jetzt kommt eine den Antragstellern wesensfremde Disziplin im Namen der Freiheit der Wissenschaft. Unser wichtigster Gewährsmann führt zum Thema aus: "Man findet zwar in der Literatur gelegentlich Notizen über frühzeitige Sexualbetätigung bei kleinen Kindern, über Erektionen, Masturbationen und koitusähnliche Vornahmen, aber immer nur als ausnahmsweise Vorgänge, als Kuriosa oder als abschreckende Beispiele voreiliger Verderbtheit angeführt. Kein Autor hat meines Wissens die Gesetzmäßigkeit des Sexualtriebs in der Kindheit klar erkannt, und in den zahlreichen Schriften über die Entwicklung des Kindes wird das Kapitel "sexuelle Entwicklung" meist übergangen... Um das Bild des infantilen Sexuallebens zu vervollständigen, muß man hinnehmen, daß häufig oder regelmäßig bereits in den Kinderjahren eine Objektwahl vollzogen wird...". Der Verfasser dieser Zeilen heißt Sigmund Freud (GW Band V, S. 73 und S. 100). Sollten die KETZERBRIEFE indiziert werden, dann seien Sie so konsequent und indizieren Sie die gesammelten Werke Freuds und die gesamte Psychoanalyse, die einen wesentlichen thematischen Schwerpunkt unserer Verlagsarbeit darstellt, gleich mit. Bei Formulierungsschwierigkeiten empfiehlt sich ein Blick in die jüngere Geschichte: "Gegen seelenzerfasernde Überschätzung des Trieblebens, für den Adel der menschlichen Seele! Ich übergebe der Flamme die Schriften des Sigmund Freud." So machte man das 1933 verhältnismäßig deutlich, nicht wahr? Oder es wird eben doch der einschlägige Artikel des Grundgesetzes eingehalten, worauf wir Sie hiermit verpflichten.




Hier das Orginal des Eintragungsbescheids vom 04.08.10 von der "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.)













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